Dienstag, 17. Januar 2012
Jan Plagge ist noch nicht so lange Präsident von Bioland - aber Plagge zeigt Flagge. Lesen Sie das Interview mit ihm zu Fragen des Ökolandbaus in Deutschland, er legt den Finger ziemlich in die Wunden... Wussten Sie, dass trotz steigenden Biokonsums die Massentierhaltung ebenfalls wächst und nicht zurückgeht  ... ?
Donnerstag, 12. Januar 2012
Unterschreiben Sie mit, dass Sie Frau Aigner auffordern, dem Reformvorschlag der EU zur Bindung der Subventionen an die Einhaltung ökologischer und sozialer Kriterien zuzustimmen! Hier können Sie das direkt tun.
Der BÖLW zieht wie immer gute Schlüsse aus der aktuellen Situation:Berlin, 11.01.2012. „Die von Bundesministerin Ilse Aigner vorgestellten Änderungsvorschläge des Arzneimittelgesetzes reichen nicht aus, denn sie bekämpfen nicht die Ursache für den hohen Antibiotikaeinsatz in der konventionellen Tierhaltung sondern nur die Symptome“, stellt Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), fest.
Die Ursache für den massiven Antibiotikaeinsatz liegt laut Löwenstein in einer industriellen Tierhaltung mit inakzeptablen Haltungsbedingungen in immer größeren Beständen, die sich zudem regional konzentrieren. „Dadurch nehmen einerseits der Krankheitsdruck und andererseits die Auswirkungen eines Krankheitsausbruches stark zu“, so Löwenstein. „Das eigentliche Problem sind die falschen Weichenstellungen in der Landwirtschaft“, betont er.
„Es ist deshalb höchste Zeit, dass die Subventionen für die industrielle Tierhaltung gestrichen werden und die Agrarstrukturpolitik so gestaltet wird, dass sie eine weitere Ausdehnung der industriellen Tierhaltung stoppt“, fordert Löwenstein. Gefördert werden müsse hingegen eine Landwirtschaft mit flächengebundener Tierhaltung und eigener Futterversorgung – ein Prinzip, wie es der ökologische Landbau bereits verwirkliche. Das sei Voraussetzung, um zu einer wirklichen Reduktion des Antibiotikaeinsatzes zu gelangen. „Einmal mehr steht Ministerin Aigner in der Pflicht, zu bekennen, für welche Art von Landwirtschaft sie steht“, sagt Löwenstein.
An den vorgelegten Vorschlägen kritisiert der BÖLW, dass sie kein wirksames Verbot von Humanantibiotika in der Tierhaltung, kein klares Reduktionsziel für Antibiotika und keine Verpflichtung für Tierärzte, vor Verordnung eines Antibiotikums einen Test des Krankheitserregers durchzuführen, enthalten.
Für eine umfassende Reform der Agrarpolitik ruft der BÖLW gemeinsam mit vielen anderen Organisationen zu einer Großdemonstration auf, die unter dem Motto „Wir haben es satt – Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ am 21. Januar anlässlich der Grünen Woche in Berlin stattfinden wird.
Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein 0171 3035686
Freitag, 16. Dezember 2011
Bio-mark.info lieferte heute weiter Details zum Bio-Betrug in Italien: Inzwischen liegt vom Branchenverband Federbio, der sich sehr um die
Aufklärung der Bio-Betrügereien in Italien bemüht, eine Liste mit Mengen und Produkten vor. Durch die undurchsichtigen Hin- und Herschiebereien der Ware, um die wahren Herkünfte zu verschleiern, war der Eindruck von immensen Mengen entstanden. In den Medien wurden teilweise Mengen von 700.000 t genannt. In Wirklichkeit, so Federbio, waren es nach derzeitigem Erkenntnisstand 17.000 t - was natürlich immer noch schlimm genug ist. Die Vorgänge fanden statt zwischen Oktober 2007 und August 2008.
Die Liste setzt sich zusammen aus:
- Äpfel für Apfelpüree: 1.361 t - Gerste: 80 t - Mais: 4613 t - Sojabohnen: 4246 t - Dinkel: 1925 t - Sonnenblumen: 2066 t - Weizen: 2971 t
Den vollständigen Artikel lesen Sie hier auf bio-markt.info.
Montag, 12. Dezember 2011
Sehr gut zusammengetragen hat derzeit bio-markt.info die Fakten. Danke Kai! Zu den Details geht’s hier lang. Sehr wichtig: "Die italienische Bio-Lebensmittelindustrie besteht aus über 47.000 Landwirten, Verarbeitern und Händlern und aus mehr als 300.000 Mitarbeitern. Die Betrugsversuche wurden und werden durch die Kontrollbehörden und Staatsorgane aufgedeckt und müssen zweifelsohne bestraft werden, da der Betrug nicht nur dem Käufer, sondern der gesamten Branche schadet. Kein Bereich der Lebensmittelbranche unterliegt schärferen Kontrollen als die Bio-Branche, aber auch das beste Kontrollsystem kann nicht zu jedem Zeitpunkt kriminelle Aktivitäten verhindern. Es kann aber dazu beitragen, Betrug schneller und einfacher aufzudecken.
Der italienische Bio-Herstellerverband AssoBio distanziert sich von den oben genannten kriminellen Aktivitäten und bestätigt, dass mit keiner der in den Betrugsfall verwickelten Firmen zusammengearbeitet wurde."
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Ob LaSelva aus Italien oder die Molkerei Schrozberg - viele unserer Lieferanten checken gerade, ob ihre Zulieferer mit den italienischen Bio-Gangstern was zu Laufen hatten. Bisher, Gott sei Dank, Fehlanzeige. Im Moment sieht es so aus, als ob die Betrugsfälle den Bio-Fachhandel nicht betreffen. Und dann denke ich: DAS liegt dann doch an den guten Kontrollen, vor allem am eigenen Monitoring insbesondere des BNN und der Großhändler, die schon gut aufpassen und kontrollieren. Und selbst man immer mal wieder auf kriminelle Machenschaften trifft: Ökolandbau und der Kauf von Bioprodukten machen Sinn. Schauen wir in die aktuelle Pressemitteilung des BÖLW, so lesen wir: „Der Ökologische Landbau schützt unsere Ackerböden und fördert ihre Fruchtbarkeit wie kein zweites Anbausystem“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), anlässlich des Internationalen Weltbodentages am 5. Dezember 2012 und erklärt: „Nur intakte Böden können dauerhaft stabile Erträge liefern und CO2 speichern. Wer die Herausforderungen Welternährung und Klimaschutz ernst nimmt, muss sich für die Ausweitung des Ökolandbaus einsetzen und Böden nachhaltig schützen.“
Der Ökolandbau fördert aktiv die Regeneration der organischen Bodensubstanz durch Ausbringen von organischem Dünger und Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil an Fruchtbarkeit mehrenden Pflanzenarten. Das führt zu einer höheren biologischen Bodenaktivität und einem stabileren Bodengefüge und hilft daher Erosion zu verringern. Dies wird durch die für den Ökolandbau typische konsequente Bodenbedeckung (Zwischenfruchtanbau, Untersaaten, mehrjähriger Feldfutterbau) verstärkt. „Die aktive Verbesserung der Bodenqualität, der Schutz vor Erosion und die verbesserte Wasserspeicherung sind der Schlüssel für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Landnutzung – bei uns aber auch in den ärmeren Ländern des Südens,“ sagt Löwenstein und warnt: „Mit mineralischem Stickstoffdünger und dem Anbau von Monokulturen wird in weiten Teilen der landwirtschaftlichen Praxis immer noch auf das falsche Pferd gesetzt. Zwar können durch diese Maßnahmen kurzfristig höhere Erträge erzielt oder durch den Umbruch von Grünland und Mooren mehr Ackerflächen geschaffen werden, die langfristig resultierende Verminderung der Bodenqualität durch Verlust an organisch aktiver Substanz und das Freisetzen von klimaschädlichen CO2 aus den umgebrochenen Flächen wirken jedoch sowohl der Sicherung stabiler Erträge als auch der Vermeidung von landwirtschaftlichen Emissionen entgegen.“ Weitere Infos über den Biobetrug in Italien gibt es auf Schrot und Korn im Netz.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Die ersten Presseanrufe heute Nachmittag wollten nur der Sensation frönen und unbedingt Informationen, obwohl noch keine gesicherten Erkenntnisse vorlagen. Das ist ein Problem in der heutigen Zeit: Möchte man sauber recherchieren, braucht es etwas Zeit. Nur - wer Schlagzeilen liefern möchte, hat meistens keine Zeit. Der aufgedeckte italienische Biobetrug zeigt, dass auch die Biobranche nicht vor krimineller Energie gefeit ist. Das haben wir bereits bei jedem Ärgernis betont, ob es Franzsander hieß oder anders. Die TAZ beschreibt sehr klar, dass man nun trotzdem nicht in Panik verfallen soll und vor allem die Hähme nach dem Motto "Bio ist eh Beschiss" völlig fehl am Platze ist. Mit Stand heute Abend können wir zunächst feststellen: 1. Die italienische Firma, welche maßgeblich Nudeln, Pasta, Passata, Polpa und Pelati der BIO COMPANY-Eigenmarke herstellt, hat uns ausdrücklich versichert, nicht in den Skandal verwickelt zu sein. Dazu Lorenzo Massone, der Geschäftsführer der Firma: Die Daten, die uns von den verschiedenen Pressemeldungen erreicht haben, sprechen von großen Unternehmen (meistens Großhändler, Konzerne und Importeur von Getreide, Obst und Gemüse), die weder mit uns noch mit unseren Partnern etwas zu tun haben. Die Ermittlungen wurden in Verona angefangen und haben 22 Unternehmen hineingezogen. Insgesamt wurden sieben Personen verhaftet. Es scheint, dass die Mehrheit von diesen Produkten Getreide für Tiernahrung, aber auch Mehl, frische Obst und Gemüse für Supermärkte sind. Campo s.c.a. bestätigt seine total Distanziertheit von den Taten und versichert keine Beziehungen zu haben oder irgendwelche kommerzielle Beziehung in der Vergangenheit sowie in der Gegenwartmit diesen Unternehmen oder mit den verhafteten Leuten zu halten. 2. Auch unser regionaler Großhändler Terra bestätigt derweil, dass seine italienischen Lieferanten mit den Betrügern keine Handelsgeschäfte tätigen.
Freitag, 25. November 2011
Die EU-Ökoverordnung nimmt Wasser expliziet aus, und das aus gutem Grund. Wer legt denn fest, wie ein "Bio-Wasser" sein muss? Bisher noch niemand. Aber lesen Sie selbst in der Schrot und Korn online - und bilden sich Ihre eigene Meinung ... Auf jeden Fall muss es eine klare Lösung geben. Denn das hier :"Denn nach dem von der Brauerei vorgelegten Kriterienkatalog würden bei „Biomineralwasser“ die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Inhaltsstoffe erheblich unterschritten. Beispielsweise werde der zulässige Grenzwert für Nitrat und Nitrit von der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. deutlich niedriger angesetzt, als dies in den gesetzlichen Richtlinien vorgesehen sei. Auch verbinde der Verbraucher mit der Bezeichnung „Bio“ nicht die falsche Erwartung, dass dahinter zwingend eine staatliche Lizenzierung und Überwachung stehe. Dies ergebe sich schon daraus, dass der Bergriff „Bio“ zwischenzeitlich „ausufernd“ für eine Vielzahl von Produkten verwendet werde."Quelle Schrot und Korn online stimmt einfach nicht, denn der Begriff Bio ist im Lebensmittelbereich geschützt. Da sehen die Richter wohl etwas falsch...
Dienstag, 6. September 2011
 Gestern hatte das Bio-Siegel Geburtstag- wir sagen herzlichen Glückwunsch! Das deutsche Biosiegel (links im Bild) wurde 10 Jahre alt - nach wie vor ist das Anbringen auf ökologisch hergestellten Produkten freiwillig. Verpflichtend mittlerweile ist die Auszeichnung der Bioprodukte mit dem neuen EU-Bio-Logo (rechts im Bild). Dazu dürfen die Hersteller und Erzeuger auch noch das deutsche Biosiegel oder das Logo des jeweiligen Anbauverbandes auf der Verpackung anbringen. Letzteres wäre ja über die EU beinahe hinten runtergefallen und hat dann nur auf deutsches Drängen seinen Weg in die "freiwillige" Deklaration bekommen. Der BÖLW merkt zum Geburtstag an: "Das Bio-Siegel findet sich heute auf 62.887 Produkten und wird von 3.932 Unternehmen genutzt. Es ist das europaweit am weitesten verbreitete Prüfsiegel für Produkte aus Ökologischem Landbau. Die zusätzlichen Siegel der deutschen Anbauverbände kennzeichnen einen Standard, der über die Anforderungen der EU-Ökoverordnung hinausgeht. Sie machen zudem deutlich, dass ein Produkt von Bauern und Lebensmittelverarbeitern erzeugt wurde, die nicht anonym bleiben, sondern in ein System von Betreuung und Beratung eingebunden sind."
Montag, 11. Juli 2011
Arbeiten da, wo andere Urlaub machen. Oder urlauben dort, wo andere arbeiten? Hm  . Die Toscana ist so ein Ort, wo die erste Frage sicher die bessere ist. Einige unserer Fachbereichsleiter besuchten Hersteller in der Toscana und ließen sich über die aktuellen Gegebenheiten ins Bild setzen. Na klar stand LaSelva auf der Besuchsliste (wer will, hört hier den LaSelva-Podcast), die kleine Nudelfirma Alberese lud zum Abendessen, aber auch die Produktionsstätte der Traditionsbäckerei Corsini-Biscotti entpuppte sich als sehr interessant.
Freitag, 27. Mai 2011
Die Nachrichtenlage verschiebt sich oft, derzeit erhalten Sie die aktuellsten Infos direkt in den Filialen. Zur Zeit laufen noch Laboruntersuchungen, wo Ergebnisse erst nächste Woche vorliegen. Die Ware, die wir Ihnen anbieten, insbesondere von Regionallieferanten, ist nicht vom EHEC-Virus betroffen, das wurde von den jeweiligen Erzeugern belegt. Diese Infos liegen in den Filialen aus.
Donnerstag, 26. Mai 2011
Wer bereits spanische Salatgurken in unseren Filialen gekauft hat, kann sie sicherheitshalber gern und problemlos zurückbringen und Sie bekommen Ihr Geld wieder. Vorsichtshalber haben wir die Gurken aus dem Sortiment genommen.
Die Öma, Käsererzeuger und -händler, sandte noch weitere wissenswerte Hintergrundinformationen zum Thema EHEC und Rohmilch. Laden Sie sich das pdf dazu hier herunter.
Die letzten Worte heute Vormittag aus dem Radio klingen mir im Ohr: Wie kommt ein solches Virus auf norddeutsches Gemüse? Darauf gibt es derzeit noch keine Antwort. Sind Bio-Produkte nun besonders betroffen? Der BÖLW schriebt dazu: "Die konkrete Ursache ist noch nicht bekannt. Bioprodukte sind generell nicht mehr oder we- niger gefährdet als konventionelle. Eine Gruppe von führenden Mikrobiologen und Ökoland- bau-Forschenden beschäftigt sich seit drei Jahren wissenschaftlich mit dem Thema EHEC und untersucht alle möglichen Einfallstore (Projekt Pathorganic im Rahmen der transnationa- len Forschungszusammenarbeit in EUROPA, ERAnet). Sie konnten keine spezifischen Bio- Risiken feststellen. Die EHEC-Fälle in der Vergangenheit waren nicht auf die Besonderheiten der biologischen Bewirtschaftung zurück zu führen. Ein Vorteil der ökologischen Erzeugung ist die raufutterbetonte, extensivere Rinderfütterung, die die Bildung von EHEC und anderen Kolibakterien reduziert. In der Presse wurde eine Kopfdüngung von Gemüse mit Gülle als Grund für ein besonderes Risiko von Bio-Produkten genannt. Diese Form der Düngung ist absolut unüblich im Gemü- sebau und wird auch im Öko-Landbau nicht praktiziert. Die These stammt aus einer Presse- mitteilung der DGFN (http://www.dgfn.eu/). Dort wurde der entsprechende Passus mittlerwei- le gestrichen, da er nicht zutreffend ist."
Die komplette Mitteilung können Sie hier downloaden. Wir halten Sie auf dem Laufenden, inwieweit Bio-Gemüse betroffen sein könnte.
Dienstag, 17. Mai 2011
... oder sonne und sonne oder diese und jene  Also: Es gibt online-Magazine, die liest man am Bildschirm. Nur kann man den Bildschirm oft nicht mit ins Bett nehmen zum Lesen. Das aber könnten Sie mit dem frisch gestalteten Kundenmagazin von Lebensbaum, unserem Partner für Tee und Gewürze. In den nächsten Tagen finden Sie das World Taste Open Magazin in unseren Märkten zum Mitnehmen. Und klar: Wer lieber alles Infos per E-Mail haben möchte, kann das Magazin auf den Seiten von Lebensbaum natürlich abonnieren...
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