Dienstag, 24. Januar 2006Filmtip "We feed the world"Kommentare
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“We feed the World” zeigt in erster Linie etwas auf: Das Lebensmittel ist zu einem Industrieprodukt geworden, das weltweit gehandelt wird. Die regionale Produktion verliert an Bedeutung, weil das Prinzip der Arbeitsteilung gilt. Staaten des Wohlstandes lagern ihre Äcker in Länder mit billigen Arbeitskräften und tiefen Landpreisen (Der Urwald ist gratis) aus. Der Film kratzt inhaltlich aber nur an der Oberfläche ohne in die Tiefe zu gehen. Trotz gut gewählten Sujets bezweifle ich, dass der durchschnittliche Zuschauer das Problem tatsächlich erkannt hat. Der Schritt vom brasilianischen Regenwald in die österreichische Hühnerfarm beispielsweise ist zu undeutlich geschildert. Dabei drängt sich gerade dieses Beispiel als wunderbares Anschauungsbeispiel auf, um die Folgen der Arbeitsteilung in der globalen Landwirtschaft zu erklären. Der Film wechselt zu oft den Standort. Rumänien alleine - mit der “gespaltenen” Figur Otrok - hätte genügend interessanten Stoff hergegeben, um die Auswirkungen der globalen Landwirtschaft aufzuzeigen. Und: Kommt der thematisch ähnlich gelagerte Film “Darwins Nightmare” problemlos ganz ohne Kommentare aus, so wären bei “We feed the World” deutlich mehr Erklärungen nötig gewesen.
Um vielen verschiedenen Leuten Denkanstöße zu geben, sind mehrere Beispiele notwendig. Als Fachmann sind Sie sicher speziellere (Ziel)Gruppe und haben aus Ihrer Sicht Recht. Aber wenn ich mir die Ignoranz mancher Durchschnittsmitbürger ansehe, dann trifft der Film mit eher häufigem Themenwechsel vielleicht mehr Leute, als wenn er speziell nur ein Thema tief beleuchten würde.
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